Der Guthabenzins

Der Guthabenzins wird einer Geldanlage gemäß den vertraglichen Bedingungen mit dem kontoführenden Institut gutgeschrieben. Er kann sehr unterschiedlich ausfallen, je nach Art (Risiko) der Anlage, Höhe, Laufzeit und Kündigungsfristen. Bei den meisten Anlagen wird zwar der Guthabenzins für die jeweilige Anlage für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben, die Konditionen der Anbieter unterliegen jedoch Veränderungen.

Der Guthabenzins bei einzelnen Anlageformen
Den niedrigsten, gleichzeitig sichersten Guthabenzins erwirtschaften Anlagen auf Sparbüchern. Diese sehr traditionelle Form wird immer noch genutzt, weil die ausgebenden Banken und Sparkassen eine sehr hohe Sicherheit bieten. Die Geldanlage an sich dient nicht nur der Erwirtschaftung von Zinsen, sondern in erster Linie dem sicheren Sparen. Jüngere Kreditinstitute wie Direktbanken bieten höhere Guthabenzinsen auf Geldanlagen an, viele Kunden vertrauen jedoch zumindest latent noch mehr einer Sparkasse. Die letzte Sparkasseninsolvenz in Deutschland gab es im Jahr 1909. Die nächstbesten Guthabenzinsen nach dem Sparbuch bieten Tagesgelder, wobei es hier Unterschiede zwischen einzelnen Anbietern gibt. Gegenwärtig (Stand: März 2011) schwanken diese Zinsen zwischen etwa 0,75 bis 2,2%. Danach kommen Festgelder mit etwa 3,2 bis 4,7%. Auch Giro- und Kreditkartenkonten erwirtschaften oft (nicht immer) Guthabenzinsen. Es gibt mehr Anlageformen, die Zinsen erwirtschaften, etwa Fondssparen, Bausparverträge, Anleihen, Lebens- und Rentenversicherungen, hier wird aber nicht vom Guthabenzins, sondern von Rendite gesprochen. Als Guthaben wird ein im Prinzip (außer Fest- und Termingeld) jederzeit verfügbares Barvermögen bezeichnet.

Die Entwicklung von Guthabenzinsen
Zinsen hängen von der Gesamtsituation auf dem Kapitalmarkt ab. Ausschlaggebend ist zunächst der Leitzins der jeweiligen Zentralbank. Da dieser im März 2011 bei nur 1,0% liegt, sind nur niedrige Guthabenzinsen zu erwirtschaften. Zum Vergleich: Tagesgeldzinsen – gegenwärtig bei maximal 2,2% – lagen Anfang des Jahres 2008 bei über 4,0%. Des Weiteren werden Zinsen von jedem Institut unterschiedlich offeriert. Auch die Anlagedauer, die Verfügbarkeit und die Anlagehöhe spielen eine Rolle für die Verzinsung. Für die Beurteilung einer Geldanlage und des entsprechenden Zinssatzes spielt des Weiteren der Rhythmus der Zinsgutschrift und die Wiederanlage der Zinsen (Zinseszins) eine Rolle. Aus den genannten Gründen erlauben unterschiedliche Guthabenzinsen dem Anleger, die individuell zu seiner gegenwärtigen Situation passende Anlage zu finden. Zu den Auswahlkriterien gehören außerdem die Sicherheit und Liquidität der Anlage.

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